Koenig & Bauer AG, Radebeul (Deutschland)
Doppelte „Spannung“ für Saug-Lüfter im Offset-Druck
Anstatt der üblichen 24 Volt werden leistungsstarke DC-Verbraucher in Bogenoffset-Druckmaschinen mit der doppelten Betriebsspannung versorgt. Dadurch sind wesentlich geringere Leitungsquerschnitte möglich, Montagekosten sinken und Modul-Schnittstellen werden einfacher und preiswerter. Weitbereichseingang, Kraftreserven, wählbares Kurzschlussverhalten, klare Betriebsignale für Vor-Ort- oder Fernsteuerung und große Leistungsvielfalt sind weitere Vorteile der gewählten Stromversorgungsfamilie im weltweiten Markt.

Sie umgibt uns täglich, die farbenfrohe Vielfalt von Prospekten, Plakaten, Katalogen, Büchern oder Verpackungen. Die Vielzahl dieser Druckerzeugnisse erhalten ihr mehrfarbiges Antlitz auf Bogenoffset-Druckmaschinen. Diese brillanten Drucke sind das Ergebnis eines höchst anspruchsvollen Druckprozesses. Der im sächsischen Radebeul ansässige Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen, KBA Planeta, beherrscht diese Technologie in Perfektion. Mit dem aktuellen Modell „KBA RAPIDA 105“ wird dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bis zu 15.000 Bogen pro Stunde können von dieser Maschine in höchster Qualität bedruckt werden.
Eine entscheidende Bedeutung für einen optimalen Druck hat die Bogenführung für den Transport des Druckbogens durch die Druckmaschine. Um Beschädigungen auf dem frisch bedruckten Bogen zu vermeiden, werden die Bogen auf Ihrem bis zu 30m langem Weg von der Bogenanlage bis zum fertig bedruckten Stapel in der Bogenauslage über ein komplexes Lüftersystem berührungslos auf der Ideallinie gehalten. . Das saugende bzw. blasende Luftpolster, welches den Papierbogen abschmierfrei führt, wird von leistungsstarken Lüftern erzeugt. In einer Maschine sorgen bis zu 100 stufenlos einstellbare Lüfter, die dezentral im Unterbau der Druckmaschine angeordnet sind, für einen optimalen Bogentransport.
Die hohen Anschlussleistungen der Lüfter haben jedoch den Nachteil, dass zur Versorgung mit 24V DC große Leitungsquerschnitte notwendig sind. Neben schwieriger Verlegung führte das auch zu einer hohen Strombelastung von Steckverbindern, auf deren Verwendung durch das modulare Aufbaukonzept der Maschine nicht verzichtet werden kann.
48V-Stromversorgungen erlauben die optimale Lösung
Die Lösung lag auf der Hand: Durch den Einsatz von Lüftern mit einer Betriebsspannung von 48V DC konnten die Querschnitte der zu verlegenden Leitungen wesentlich reduziert werden. So kommen nun auch preiswertere Steckverbinder mit erheblich reduzierter Strombelastbarkeit zum Einsatz. Die Grenze der Schutzkleinspannung (SELV) wird jedoch weiterhin eingehalten. Die neuen Lüfterbaugruppen werden nun von primärgetakteten 48V-Stromversorgungen aus der bewährten Sitop-Familie der Siemens AG versorgt.
Und auch die weiteren Vorteile dieser Stromversorgungsfamilie sind für Maschinenplaner und -betreiber “Gewinn bringend“:
Der innovative Weitbereichseingang
Werden Maschinen aus einer Serienproduktion in mehrere Länder mit jeweils unterschiedlichen Versorgungsnetzen exportiert, so sieht die Lösung häufig so aus, dass je nach Nennspannung von z. B. 400V, 460V, 480V oder 500V eine andere Stromversorgungen oder ein Anpasstransformator verwendet wird. Um dem Projekteur mühsames Suchen und Vergleichen geeigneter Komponenten zu ersparen, bietet das neue 48V-Gerät aus der Stromversorgungsfamilie Sitop modular von Siemens einen Weitbereichseingang mit einem Arbeitsbereich von 320V bis 550V. Dieser Weitbereichseingang reduziert die Typenvielfalt und spart in der gesamten Prozesskette des Anlagen- oder Maschinenbauers Kosten, von der Projektierung über den Einkauf und die Lagerhaltung bis hin zum Service.
Kraftreserve macht schwierige Anläufe möglich
Der Anlauf von Motoren, das Schalten kapazitiver Lasten oder auch fehlerbedingte Zustände in der Lastverteilung erfordern kurzzeitig Spitzenströme. Gerade beim Starten schwieriger Lasten, zum Beispiel beim Anlauf von Lüftermotoren, erweist sich das wählbare Kurzschlussverhalten der „Stromversorger“ Sitop als weiterer, bemerkenswerter Vorteil. Die Geräte liefern im Überlastfall in der Betriebsart „Konstantstrom“ dauerhaft ohne abzuschalten einen konstanten Strom, mit dem induktive und kapazitive Verbraucher solange mit Energie versorgt werden, bis sie den normalen Betriebszustand erreicht haben. Aber auch Fehlerfälle müssen zuverlässig beherrscht werden, damit Sicherheit gewährleistet wird und Stillstände vermieden werden: Daher liefern die 20A-Primärschaltregler bei kurzzeitig erhöhtem Strombedarf einen dynamischen Ausgangsstrom von bis zu 60A ohne Spannungseinbruch an den Ausgangsklemmen. Dadurch wird das beabsichtigte Auslösen von sekundärseitigen Leitungsschutzschaltern bei Anlagenfehlern ermöglicht und der fehlerbehaftete Abzweig schnell getrennt, ohne dass die fehlerfreien Abzweige einen Versorgungsausfall registrieren. Durch eine Umschaltung am Gerät bietet sich jedoch auch die Option der Betriebsart „speichernde Abschaltung“, so dass im Fehlerfall die 48V-Versorgung durch die Stromversorgung getrennt und erst nach Quittierung wieder aktiviert wird. Vorzugsweise dem Bedienerschutz kann diese Philosophie der Fehlerbehandlung in bestimmten Anwendungen dienen.
Eindeutige Signalisierung sorgt für Klarheit
So wichtig wie das passende Ausgangsverhalten in allen denkbaren Betriebsfällen ist auch die Möglichkeit, diese Betriebszustände klar erkennen zu können. Direkt am Gerät sorgen 3 LEDs in den Farben grün für „48V o. k.“, gelb für „Überlast“ und rot für „speichernde Abschaltung“ dafür, dass der Bediener vor Ort Klarheit über den jeweiligen Betriebszustand hat. Aber oftmals müssen solche Meldungen in einer übergeordneten Steuerung oder in einer zentralen Warte weiter verarbeitet werden. Und auch dafür bietet Sitop modular eine einfache und passende Lösung. Ein zusätzliches Meldemodul kann einfach an der Seitenfläche der Stromversorgung aufgeschnappt und über eine integrierte Schnittstelle automatisch kontaktiert werden. Es stehen dadurch potenzialfreie Relaiskontakte für die Weiterverarbeitung diverser Meldungen zur Verfügung, zusätzlich kann die Stromversorgung über einen Steuereingang aus der Ferne ein- und ausgeschaltet werden.
Leistungsvielfalt bietet stets die passende Lösung
Wird ein höherer Ausgangsstrom benötigt, so können natürlich problemlos mehrere Geräte parallel geschaltet werden. Eine gleichmäßige Lastaufteilung wird dabei durch einen Umschalter an den Geräten, der für eine Neigung der Ausgangskennlinie sorgt, erreicht. Und wird zur Kompensation von Spannungsfällen auf langen Leitungen eine höhere Ausgangsspannung benötigt, so lässt sich diese über ein Potentiometer, das auf der Frontseite leicht zugänglich ist, im Bereich von 42V bis 56V einstellen.
Aber mit dem neuen 48V-Gerät mit seinen herausragenden Eigenschaften ist nur ein Mitglied der Familie Sitop modular beschrieben: Weit bekannter und bewährter sind die 24V-Ausführungen mit ihrer Leistungsabstufung von 5A bis 40A. Innovatives Highlight bei der 5A- und 10A-Ausführung ist der Ultra-Weitbereichseingang, der erstmals den ein- und zweiphasigen Anschluss an allen Versorgungsnetzen weltweit mit Nennspannungen im Bereich von 120V bis zu 500V mit nur einer Gerätetype ermöglicht. Und die Stromversorgungen mit 20A und 40A Ausgangsstrom gibt es sowohl als dreiphasige Geräte für Nennspannungen von 400V bis 500V als auch als Variante, die an 120V und 230V anschließbar ist, wobei auch hier neben dem einphasigen Betrieb mit Neutralleiter der Anschluss an 2 Phasen eines Drehstromnetzes mit entsprechender Nennspannung zulässig ist. Die durchgängige Funktionalität der gesamten Produktfamilie mit wählbarem Kurzschlussverhalten, umschaltbarer Kennlinie für Parallelbetrieb, Power-Boost, einstellbarer Ausgangsspannung, 3-facher LED-Anzeige sowie der Einsatz der optionalen Zusatzmodule für Meldesignale und für 24V-Applikationen zur Netzpufferung bleibt dabei immer gewährleistet.
Mit dem abgerundeten, marktorientierten Produktspektrum Sitop modular bietet Siemens somit dem Anwender Stromversorgungen für vielfältige Lösungen aus einer Hand.
erschienen in: konstruktionspraxis, Ausgabe 2/04
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