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Johnson & Johnson, Belgien
Johnson & Johnson, BelgienFrühzeitige Planung sichert den ErfolgKris Buys, Engineering & Design Director bei Johnson & Johnson Europe, erläutert die Bedeutung von Early Contract Involvement (ECI) für deutliche Zeit- und Kosteneinsparungen bei Automatisierungsprojekten.
» Wenn man das Wissen und die Kompetenz nicht frühzeitig hat, kann es leicht passieren, dass Teile des Designs später überarbeitet werden müssen. Das kostet Geld, Zeit und beeinträchtigt unter Umständen auch die Qualität. « Herr Buys, welche Aufgaben haben Sie in der weltweiten Engineering Group?Kris Buys:Ich bin als Engineering und Design Director für große Investitionsprojekte in Europa verantwortlich. Darüber hinaus leite ich auch die Entwicklung einer standardisierten Designplattform für die Gebäudeautomatisierung innerhalb von Johnson & Johnson. Diese Plattform stellt Prozesse und Tools zur Verfügung, die uns bei der weltweiten Umsetzung von Best-Practice-Lösungen unterstützen. Ein Aspekt Ihrer Aufgaben ist die Early Supplier Involvement-Initiative zur frühzeitigen Einbindung von Lieferanten in Projekte. Welche Bedeutung hat das für Johnson & Johnson?Kris Buys:Großen Einfluss auf die Projekt-KPIs (Key Performance Indicators) haben insbesondere Kosten, Qualität und Termintreue. Wenn man das notwendige Wissen und die richtige Kompetenz nicht frühzeitig hat, dann kann es leicht passieren, dass Teile des Designs später überarbeitet werden müssen. Diese Überarbeitung kostet Geld, Zeit und beeinträchtigt möglicherweise auch die Qualität. Durch die frühzeitige Einbindung unserer Lieferanten können wir dieses Problem beseitigen. Nehmen Sie die Automatisierung, einen der Kernbereiche, bei dem wir von der Kompetenz unserer Lieferanten profitieren können. In der Vergangenheit haben wir unsere Lieferanten meist erst dann involviert, wenn wir einen Großteil der Dokumente fertiggestellt hatten und nur noch das Detail-Design geklärt werden musste. Das ist aber zu spät, denn mangelndes Automatisierungs-Know-how zu Beginn des Projektes macht erfahrungsgemäß spätere Änderungen im Design erforderlich, da bestimmte Dinge nicht richtig ausgelegt wurden oder optimiert werden müssen. Hier profitieren wir durch das Early Supplier Involvement vom Wissen sowievon der Kompetenz und Erfahrung des Automatisierungslieferanten. Kris Buys Kris Buys ist Engineering & Design Director bei Johnson & Johnson Europe. In seiner Verantwortung liegt aktuell ein Engineering & Design-Projekt einer Anlage für medizinische Geräte in Irland. Außerdem leitet er das in Belgien ansässige weltweite Expertenteam für die Elektrotechnik und Automatisierung, und leitet die Entwicklung und Implementierung einer standardisierten Designplattform für die Gebäudeautomatisierung innerhalb von Johnson & Johnson.
Eines der ersten Projekte, bei denen Johnson & Johnson die frühzeitige Einbindung von Lieferanten nutzte, war die Modernisierung der Prozessleittechnik in der Liquids and Creams-Anlage bei Janssen Pharmaceutica in Beerse Haben Sie bereits Erfahrungen mit Early Supplier Involvement bei Projekten?Kris Buys:Der Ansatz selbst ist nicht neu und bereits mehrfach erprobt, beispielsweise bei Sprinkleranlagen, die einen großen Einfluss auf die 3-D-Modellierung haben. Wenn wir den Lieferanten der Sprinklersysteme früh einbinden, werden diese Systeme parallel ausgelegt, was Konflikte und unnötige Kosten vermeidet. Ein weiteres Beispiel findet sich in der Liquids and Creams-Anlage bei Janssen Pharmaceutica in Beerse. Hier haben wir vor dem eigentlichen Design Studien durchgeführt, die, wenn man so will, ebenfalls ein Early Supplier Involvement waren. Denn wir haben Mitarbeiter von Siemens eingebunden, die unsere Anlage und die Automatisierung gut kannten und uns dabei halfen, das Prozessleitsystem mit minimalen Auswirkungen auf die Produktion zu migrieren. Außerdem haben wir diesen Ansatz auch in unserem CDPP-(Chemical Development Pilot Plant-)Projekt angewendet. Hier haben wir uns früh auf ein Prozessleitsystem festgelegt, um dessen Fähigkeiten optimal auf unser Design abzustimmen. Auch bei der Gebäudeautomatisierung haben wir bereits vom Early Supplier Involvement profitiert. Vor kurzem kam der ECI-Ansatz bei der Standard-Designplattform für die Gebäudeautomatisierung zum Tragen. Nach unseren Richtlinien für die Gebäudeautomatisierung muss ECI künftig immer eingesetzt werden. » … wir profitieren durch das Early Supplier Involvement vom Wissen sowie von der Kompetenz und Erfahrung des Automatisierungslieferanten. « Welche KPIs oder Kriterien nutzen Sie, um zu zeigen, was ECI tatsächlich bringt? Oder werden entsprechende Richtgrößen als Leitfaden definiert?Kris Buys:Unser Ziel ist es, unter dem Strich weniger Geld für das Design und die Konstruktion auszugeben und die fertige Anlage schneller an den Produktionsbetrieb zu übergeben. Diese KPIs sind unsere Messlatte. Allerdings lässt sich nicht exakt ermitteln, wie groß der Beitrag von ECI an den Verbesserungen letztlich ist. ECI leistet also einen Beitrag zur Optimierung von Prozessen. Gilt dies auch für den Bereich Innovation?Kris Buys:Definitiv. Mit ECI haben wir einen frühzeitigen Zugriff auf Innovationen bei unseren Lieferanten. Und oftmals kostet es uns mehr, diese Innovationen zu einem späteren Zeitpunkt zu integrieren, als die Innovationen uns eigentlich bringen. Gibt es weitere Anwendungsbereiche für ECI?Kris Buys:Ein weiteres wichtiges Thema ist Flexibilität. Das sehen Sie etwa an der Automatisierungstechnik in der CDPP. Eine Pilotanlage muss per Definition flexibel sein, da wir eine Fertigungsstraße für ein Produkt bauen, das es eigentlich noch gar nicht gibt. Und wenn Sie diese Flexibilität nicht von Anfang an einbauen, werden Sie niemals eine Fertigung haben, die neue Produkte oder kleinere Chargen schnell produzieren kann – und genau das ist die Aufgabe der CDPP. Innovation ist sicher auch im Hinblick auf den globalen Markt wichtig. Setzen Sie auf die Zusammenarbeit mit speziellen Partnern für ECI?Kris Buys:Wir sind global tätig und versuchen, unsere Prozesse möglichst schlank zu halten. Diese Qualitäten suchen wir auch bei unseren Partnern – und zwar ebenfalls auf globaler Ebene. Sehen Sie in diesem Zusammenhang eine langfristige Partnerschaft mit einem Unternehmen wie Siemens als vorteilhaft?Kris Buys:Siemens ist wie Johnson & Johnson ein sehr vielseitiges Unternehmen mit einem breiten Produktspektrum – von Hochspannungssystemen bis zur Niederspannungsschalttechnik und von Motoren, Antrieben und Prozessinstrumentierung bis hin zur Gebäude- und Prozessautomatisierung. Mit seiner globalen Präsenz ist Siemens ein Partner in vielen Regionen – technologisch und geographisch. Herr Buys, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Brücke zwischen R&D und Produktion: die Chemical Development Pilot Plant Johnson & Johnson investiert aktuell 130 Millionen Euro in eine neue, hochflexible Pilotanlage für die Entwicklung chemischer Wirkstoffe. Die Chemical Development Pilot Plant (CDPP) im belgischen Geel soll 2011 in Betrieb gehen und dient zur Herstellung von Wirkstoffen für klinische Studien sowie für das Scale-Up von Produktionsprozessen, um die Übertragbarkeit von Syntheseprozessen für neue Moleküle vom Labormaßstab auf industrielle Maßstäbe zu untersuchen. Die Anlage wird einen wesentlichen Beitrag zur Verkürzung von Entwicklungszeiten und der Time-to-Market für neue Arzneimittel leisten. Eine derart hochflexible Pilotanlage verlangt nach innovativen Lösungen und somit nach einer engen Zusammenarbeit zwischen Lieferant und Auftraggeber. Durch die frühzeitige Einbindung von Projektpartnern können neue Anforderungen und Produktentwicklungen mit dem Projektumfang und der Planung abgestimmt werden, so dass die Anforderungen von Engineering, Bedienung und R&D erfüllt werden. Johnson & Johnson hat sich bei der Prozessautomatisierung für Siemens als Partner entschieden. Experten der Pharmaentwicklung untersuchen neue Technologien, wie zum Beispiel die kontinuierliche Prozessführung und Process Analytical Technology (PAT), die nach Einschätzung des Teams bei zukünftigen Erweiterungen eine wichtige Rolle spielen werden. Als Prozessleitsystem werden in der CDPP die neueste freigegebene Version von Simatic PCS 7 und Simatic Batch als Teil von Totally Integrated Automation (TIA) eingesetzt. Das System besteht aus je einem redundanten PCS 7 OS und einem Simatic Batch Server, 13 OS Clients und 6 Simatic AS400 Automatisierungssystemen. Die dezentrale Peripherie ist über Profibus sowohl an die Steuerungen als auch an die eigensicheren Simatic ET 200 iSP-Systeme in den für den Ex-Bereich Zone 1 angebunden. Die Prozessinstrumentierung wie auch die Sitrans PS2-Stellungsregler kommunizieren mit dem Leitsystem über Profibus PA. Außerdem liefert Siemens ein HVAC-Leitsystem für die Klimatechnik. Die HVAC-Softwaremodule werden von Siemens in enger Zusammenarbeit mit Mario Don Porto Carero (HVAC) and Danny Wouters (Automatisierung) als jeweiligem Experten aus dem weltweiten Engineeringteam entwickelt. Von dieser gemeinsamen Entwicklung werden auch zukünftige Projekte von Johnson & Johnson auf der ganzen Welt profitieren. info: www.siemens.de/pharmakontakt: bart.moors@siemens.com
22.04.2009
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