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EnergieeffizienzWeniger ist mehrHeizung, Lüftung und Klimatisierung machen den Löwenanteil der Energiekosten und Emissionen der Pharmaindustrie aus. Gerade hier erlauben gezielte Maßnahmen nachhaltige Einsparungen.
Mehr als 80 Prozent des gesamten Energieaufwands werden in der Pharmaindustrie für Gebäude benötigt, davon allein 65 Prozent für die Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik. Dies liegt vor allem daran, dass die Klimatisierung und Luftaufbereitung nicht nur für Komfort sorgen, sondern in diesen Gebäuden auch sehr hohe Luftwechselraten für den Personen- und Produktschutz erforderlich sind. Teilweise wird die gesamte Raumluft mehr als 100 Mal pro Stunde ausgewechselt, um die Partikelkonzentration zu reduzieren. Die bewegte Luft stellt eine wichtige Barriere dar, beispielsweise gegen das Eindringen von Kontaminationen in Räume, oder verhindert umgekehrt das Eindringen von Fremdstoffen in Produktionsbereiche. Zudem haben Lufttemperatur und -feuchte bei vielen Prozessen einen direkten Einfluss auf die Produktqualität.Eine Herausforderung im Sinne von Responsible Care – also dem nachhaltigen Schutz von Gesundheit und Umwelt – besteht darin, nach neuen Wegen für eine effizientere Energienutzung ohne Kompromisse bei der Personen- und Produktsicherheit zu suchen, um mit geringerem Ressourcenbedarf dieselbe Wirkung zu erzielen.Mit Energy Monitoring und Controlling (EMC) unterstützt Siemens die Pharmaindustrie bei einer effizienteren Energienutzung. Die Basis für die Energieoptimierung ist eine detaillierte Übersicht der aktuellen Verbrauchssituation. Dazu erfasst das EMC-System die Daten für elektrische und thermische Energie entweder automatisch, etwa über Wärmemengenzähler, oder per manuelle Eingabe. Die automatische Auswertung und Aufbereitung der Daten ermöglicht eine Verursacher-gerechte Zuordnung der Kosten auf Kostenstellen, die automatische Berechnung der CO2-Emission sowie den Vergleich von unterschiedlichen Gebäuden und Nutzern.
Ganzheitliches Denken Speziell in der Pharmaindustrie darf die effiziente Nutzung von Energie nicht isoliert gesehen werden, sondern erfordert umfangreiche Kenntnisse der Fertigungsprozesse und der engen Vorgaben durch die Behörden. In Zug in der Schweiz betreibt Siemens eines der größten Applikationslabore Europas, das sich ausschließlich mit den Themen Heizung, Lüftung und Klimatisierung beschäftigt. Hier fließt das Know-how aus unterschiedlichen Technologiebereichen zusammen und wird speziell für die jeweiligen Branchen zu neuen Lösungen kombiniert. So ist Siemens in der Lage, die Pharmaindustrie dabei zu unterstützen, ihren Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig die hohen Qualitätsstandards in der Produktion zu gewährleisten, wie zahlreiche Beispiele belegen.So wurde zum Beispiel bei einem namhaften Forschungszentrum in den USA die Kälteerzeugung als entscheidender Ansatzpunkt zur Energiereduzierung erkannt und umfangreiche Optimierungsmaßnahmen vorgenommen. Die Pumpsequenzen wurden gezielt angepasst, die Temperaturregelung modernisiert, die Sequenzierung der Kältemaschinen verbessert und der Einsatz der Rückkühlwerke verändert. Die dafür erforderliche Investition von 390.000 Dollar führte zu jährlichen Einsparungen von 186.000 Dollar und zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes um mehr als 450 Tonnen pro Jahr.In einem pharmazeutischen Labor in der Schweiz wurden die Laborabzüge von konstantem auf variablen Volumenstrom umgerüstet. Zusammen mit einer optimierten Raumdruckregelung konnte dadurch die aufbereitete Luftmenge dauerhaft um 50 Prozent redu ziert werden.Ein weiteres Beispiel ist ein toxikologisches Forschungszentrum in Deutschland. Hier wurden 36 Ventilatoren auf variable Drehzahlregelung umgerüstet und neben der Beleuchtung die gesamte Gebäudeautomation modernisiert. Die Investition lag bei rund 2,7 Millionen Euro und führte neben der Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 5.300 Tonnen pro Jahr zu einer Energiekosteneinsparung in Höhe von jährlich 670.000 Euro. Investitionen in eine „grüne“ Zukunft Diese Beispiele zeigen, dass sich Investitionen in eine effizientere Energienutzung auch unter den speziellen Anforderungen der Pharmaindustrie schnell auszahlen. So leistet die Pharmaindustrie einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Nutzung der Energieträger und hilft, Emissionen einzusparen. Maßnahmen für mehr Effizienz Für die Optimierung der Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik gibt es zahlreiche Ansatzpunkte: Anpassung der Luftwechselraten an unterschiedliche Betriebsarten Variable Volumenströme durch zeitabhängige Schaltprogramme Überwachung der Reinraumbedingungen durch kontinuierliche Partikelmessung Optimierung der Kälte- und Wärmeerzeugung Durchgängige Vernetzung von Erzeugung, Verteilung und Verbrauchern Transparente Visualisierung, Alarmierung und Optimierung durch die Gebäudeleittechnik info: www.siemens.de/pharma kontakt: jens.feddern@siemens.com
25.07.2008
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