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Migration von Leitsystemen

Heterogene Automatisierungslandschaften

Durch die lange Laufzeit der Systeme sowie durch Zukäufe von Produktionsstandorten sind in vielen Betrieben heute Leitsysteme unterschiedlicher Hersteller und verschiedener Generationen im Einsatz. Während moderne Systeme meist offene oder standardisierte Schnittstellen wie Ethernet, OPC oder Feldbusse verwenden und für Engineering- und Bediensysteme auf Standard-Betriebssysteme wie Windows setzen, ist dies bei älteren Systemen nicht der Fall:

  • Engineering und Bediensysteme verwenden proprietäre Hard- und Software, die teilweise nicht mehr unterstützt werden.

  • Proprietäre Kommunikationsschnittstellen, z.B. zwischen HMI, Controllern und E/A-Baugruppen, erschweren Datenaustausch und Kommunikation.

  • Standardisierte Schnittstellen (z.B. OPC) sind nur als nachträglich aufgesetzte Zusatzfunktionen verfügbar, womit eine Ankopplung zu übergeordneten Archiv- und Produktionsleitsystemen erschwert wird.

  • Eine Vereinheitlichung des Engineerings ist auf Grund der unterschiedlichen Systeme nur ansatzweise möglich.

  • Unterschiedliche Anzeige-, Bedien- und Alarmphilosophien erschweren die Arbeit der Operator im Alltag, vor allem aber in kritischen Situationen.

Heterogene Automatisierung: Neben modernen Leitsystemen (rechts) sind eine Vielzahl älterer, proprietärer Systeme vorhanden und über unterschiedliche Schnittstellen angebunden

Daneben ergeben sich weitere Probleme:

  • Die vielen unterschiedlichen Systeme erfordern eine aufwändige Ersatzteilhaltung

  • Ersatzteilversorgung und Support durch die Hersteller der alten Systeme lassen nach bzw. werden zunehmend teurer

  • Das Knowhow über die Altsysteme schwindet langsam aber sicher – bei den Nutzern der Systeme, aber auch bei den Herstellern


Das alles führt dazu, dass der Druck in Richtung Modernisierung der Leitysteme immer stärker wird. Ein weiteres Ziel bei der Modernisierung ist es aber auch, durch Migration auf eine oder nur wenige neue Systemplattformen die Vielfalt der zu pflegenden Systeme deutlich zu reduzieren.

Angesichts der zentralen Rolle des Leitsystems für die Produktion und der hohen Kosten einer Leitsystemmodernisierung ist eine langfristig geplante, stufenweise Herangehensweise an dieses Thema, also die Entwicklung einer standort- oder gar unternehmensweiten Migrationsstrategie - unverzichtbar. Die zentralen Fragen dabei sind:

  • Welche Produktionslinien mit älteren Leitsystemen sind voraussichtlich noch wie lange in Betrieb?

  • Erfüllt das jeweilige Leitsystem die aktuellen und absehbaren Anforderungen bezüglich Funktionalität, Flexibilität, Erweiterbarkeit, Schnittstellen zu übergeordneten MES/MIS-Systemen?

  • Sind Ersatzteile und Support noch in ausreichendem Maß vorhanden?

  • Wie sieht es mit dem eigenen Knowhow über Handling und Wartung des Altsystems aus?


Aus der Beantwortung solcher Fragen ergibt sich, bei welchen Systemen der größte Modernisierungsbedarf besteht.

Für mache Systeme mag sich durch entsprechende Serviceverträge mit dem Hersteller noch eine Verlängerung der Lebensdauer erreichen lassen. Siemens hat dazu zum Beispiel das Programm „APACS 2020“ aufgelegt, mit dem Kunden ihre Anlage, die mit den Systemen APACS+ oder Quadlog automatisiert sind, auch für die nächsten Jahre weitgehend absichern können, obwohl APACS+ und Quadlog abgekündigte Systeme sind.

Modernisierung mit einem starken Partner

In anderen Fällen aber ist eine Migration angesagt – eine Modernisierung, die es nicht nur zum Ziel hat, die Verfügbarkeit des Leitsystems auch für die Zukunft abzusichern, sondern im wahrsten Sinne des Wortes einen Generationswechsel einzuleiten – also alle die vielfältigen Eigenschaften und Möglichkeiten zu nutzen, die ein System von heute bietet.

Auf Basis einer eingehenden Analyse der vorhandenen Installation(en) empfehlen wir Ihnen eine Migrationsstrategie, die genau Ihren Bedingungen und Zielen entspricht.

  • Welche Systeme sollten hochprior nach SIMATIC PCS 7 migriert werden, bei welchen ist noch mehr Zeit vorhanden?

  • Welche Migrationswege (Kompletttausch oder stufenweise Migration) bieten sich unter den gegebenen Bedingungen an?

  • Welche Vorteile lassen sich aus einer toolbasierten Umsetzung des vorhandenen Engineerings generieren?

  • Welche neuen Möglichkeiten zur Steuerung und Optimierung Ihrer Produktion und der hierzu benötigten Ressourcen ergeben sich aus dem Einsatz eines modernen Leitsystems?

  • Welchen Return on Invest können Sie durch die Möglichkeiten von SIMATIC PCS 7 erwarten?


Als starker und in vielen Ländern vertretener Lieferant von Prozessleittechnik haben wir die Experten, die aus der Erfahrung einer Vielzahl von Migrationsprojekten auch für Ihre Anlage den richtigen Ansatz finden. Denn diese Fachleute, die in unseren „Migration Support Centern“ (MSC), unserem technischen Support oder in den Reihen unserer erfahrenen Partner arbeiten, kennen sich nicht nur mit unserem Leitsystem SIMATIC PCS 7 aus, sondern haben weitreichende Erfahrungen mit der Migration älterer Systeme – nicht nur von Siemens, sondern ebenso von anderen Herstellern.

Somit können Sie mit einem Partner wie Siemens nicht nur ein einzelnes Migrationsprojekt „stemmen“, sondern auf Wunsch eine umfassende, auf Jahre und viele Ihrer Standorte ausgerichtete Migrationsstrategie ausarbeiten, die Sie dem Ziel einer Modernisierung und Vereinheitlichung der Leitsystemlandschaft einen entscheidenden Schritt weiterbringt.

Migration komplett oder in Stufen

Je nach dem Zustand der vorhandenen Automatisierung und Ihren Zielen bieten wir Ihnen einen ganzen Strauß von Migrationslösungen und –produkten für die stufenweise oder auch komplette Migration älterer Leitsysteme nach SIMATIC PCS 7.

Für Siemens-eigene Altsysteme, also Teleperm M, APACS+/Quadlog, TI505, PMC/OpenPMC und SIMATIC S5 bieten wir ein komplettes Spektrum an Migrationslösungen auf jeder Ebene (HMI, Controller, Feldebene, Engineering). Nähere Informationen dazu finden Sie HIER [Link auf Seite].

Aber auch Altsysteme anderer Hersteller lassen sich natürlich auf SIMATIC PCS 7 migrieren. Je nach vorhandenem System kommen dabei neben einem Komplettersatz auch Stufenkonzepte zum Einsatz:

  • Neben unserer PCS 7 Bedienstation PCS 7/90 OS, die speziell als Bedien- und Beobachtungssystem für alte Bailey Infi90 Controller entwickelt wurde, ist unsere universelle, OPC-gekoppelte PCS 7/OpenOS die ideale Lösung zur Modernisierung der Bedienebene bei allen Systemen, die einen entsprechenden OPC-Server zur Verfügung stellen. Das gilt sowohl für andere Prozessleitsysteme, als auch Steuerungssysteme. In all diesen Fällen lässt sich das vorhandene Bediensystem durch PCS 7/OpenOS komfortabel ersetzen – sei es im Zuge einer Modernisierung oder zur Integration bestehender Controller in eine Automatisierungslösung mit SIMATIC PCS 7. [Link zu OpenOS]

  • Ein Austausch älterer Controller durch moderne PCS 7-Controller ist der entscheidende Schritt einer Migration: dadurch erlangen Sie ein deutliches Plus an Performance und Funktionalität. Eine Prüfung, ob durch den Einsatz unserer leistungsfähigen Umsetzungstools für das Controller-Engineering in erheblichem Umfang Zeit und Kosten gespart werden können, ist bei diesem Schritt angesagt. Unsere Experten setzen Ihr über lange Jahre optímiertes Engineering so auf SIMATIC PCS 7 um, dass es sich von einem Neu-Engineering nicht unterscheidet: Nicht Baustein für Baustein, sondern auf der Ebene technologischer Funktionalität. So bewahren Sie das wertvolle Knowhow aus dem Altsystem, und trotzdem stehen Ihnen alle Funktionen des neuen Leitsystems uneingeschränkt zur Verfügung.

  • Der Austausch von E/A-Baugruppen und der zugehörigen Verdrahtung mit Tausenden von Prozesssignalen ist äußerst zeit- und kostenintensiv. In vielen Fällen aber werden die E/A-Baugruppen von Altsystemen länger vom Hersteller unterstützt als andere Komponenten, oder Sie haben noch einen großen Fundus von Ersatzteilen zur Verfügung. In solchen Fällen greifen unsere flexiblen Lösungen zur Integration anderer E/A-Baugruppen in SIMATIC PCS 7 oder Kabel-/Steckerlösungen, um den Anschluss der vorhandenen Feldkabel an unsere ET200 Baugruppen zu erleichtern.


Sie sehen – mit unseren Erfahrungen und Lösungen finden wir die optimale Antwort auch für die Migration Ihres Altsystems.