Die Zellstofffabrik UPM Kymmene Kaukaa hat letztes Jahr alle grafischen Bediengeräte auf Simatic WinCC flexible umgerüstet. Über die Konvertierungsfunktion aus Simatic ProTool ließen sich die Anwendungen mühelos in das WinCC flexible-Format übersetzen. Auch die Inbetriebnahme lief ohne Probleme. In der Ballenpresse wurde die Fernbedienung von Bediengeräten vor Ort mit der innovativen Option WinCC flexible Sm@rtService umgesetzt.
 Das Industriegebiet im finnischen Kaukaa ist Standort mehrerer UPM-Kymmene-Werke. Darunter auch die auf Zeitungspapier spezialisierte Zellstofffabrik Kaukaa, eine Papierfabrik und eine Chemiefabrik. Die Herstellung des Zellstoffes in Kaukaa begann im Jahr 1897 mit dem Sulfitverfahren, 1964 wurde das Sulfatverfahren eingeführt. In der Zellstofffabrik befinden sich zwei Faserlinien: Eine Linie stellt Langfaserzellstoff aus Kiefer her, die zweite Linie Kurzfaserzellstoff aus Birke und Sägespänen. Für die Herstellung von holzhaltigen Druckpapieren produziert die Fabrik voll gebleichten festen Langfaserzellstoff, so genannten Armierungszellstoff, und für Feinpapiere, Klebepapiere etc. voll gebleichten Kurzfaserzellstoff. Von 350 Mitarbeitern werden jährlich 720.000 Tonnen gebleichter Sulfitzellstoff hergestellt.
Zu Ballen gepresst wird der Zellstoff in den Ballenpressen, von denen sich eine 4-Maschinen- und eine 1-Maschinen-Presse im Werk Kaukaa befinden. Schon vor vier Jahren wurden an der 4-Maschinen-Ballenpresse die alten Bediengeräte Simatic OP25 gegen neue Simatic Multi Panel MP370 12-Zoll Touch-Displays ausgetauscht, von denen insgesamt fünf im Einsatz sind (vier für die einzelnen Maschinen und eine für die Gesamtanlage). Damit wurde vor allem die Anwenderfreundlichkeit erheblich verbessert, denn die alten Tastaturen waren umständlich zu bedienen. Im Zuge der Umrüstung wurden die Tasten größer konfiguriert und dadurch vor allem für die Handschuhe tragenden Mitarbeiter besser bedienbar. Eine entsprechende Farbgebung ermöglicht es außerdem, Zusatzinformationen zu den verschiedenen Situationen zu liefern.
Zur 4-Maschinen-Ballenpresse gehören auch insgesamt neun Zellstoffbindemaschinen (inkl. der Ersatzmaschinen). Die Bindemaschinen sind mit Simatic MP270B 10-Zoll-Touch-Displays ausgerüstet und werden über Simatic S7-300 gesteuert. Die 1-Maschinen-Ballenpresse ist mit sechs Bedienpulten ausgestattet, die jeweils über ein Simatic OP7-Textdisplay verfügen. Zum Bedienen und Beobachten der Pressen stehen in den Kontrollräumen zusätzlich noch zwei MP370 12-Zoll-Touch-Displays.
Mühelose Umrüstung
Im Herbst 2004 wurde damit begonnen, alle ursprünglich mit Simatic ProTool projektierten grafischen Bediengeräte auf WinCC flexible zu aktualisieren. "Für Kaukaa war es unwirtschaftlich, die Bediengeräte weiter mit ProTool laufen zu lassen", begründet Juha Timonen, Konstrukteur bei Kaukaa, die Umrüstung, "da dieses Produkt in absehbarer Zeit vom Markt genommen wird." Hardwareseitig waren weder Änderungen bei den Bediengeräten noch an den Anschlussleitungen notwendig. Modifikationen der bestehenden Anwendungen wurden vom finnischen Ingenieurbüro Karelplan GmbH durchgeführt, das auf Gebäude- und Prozessautomatisierung spezialisiert ist. Die Anwendungen ließen sich mit der Konvertierungsfunktion mühelos aus ProTool auf WinCC flexible übertragen. Die Inbetriebnahme verlief nach Aussagen des Projektleiters Harri Hyypiä von Karelplan ohne Probleme.
Fernbedienung erleichtert Überwachung
Die räumlichen Bedingungen bei den 1-Maschinen-Ballenpressen im Zellstoffwerk erschwerten vor der Modernisierung die Fehlerbehebung bei Störungen. Zwei der zu den Ballenpressen gehörenden Bindemaschinen befinden sich im oberen Stockwerk und zwei im unteren. Da die Bediener hauptsächlich in ihrem eigenen Kontrollraum arbeiten, von dem aus die Ballenstrecke als Ganzes nicht eingesehen werden kann, wünschten sie sich eine eigene Anzeige an ihrem zweiten Arbeitsplatz. Ursprünglich wollte man auch dort ein Simatic Multi Panel installieren, aber Harri Hyypiä fand eine günstigere und einfachere Möglichkeit: eine Fernbedienung des vorhandenen Bediengeräts MP370. Diese wurde mit der Option WinCCflexible/Sm@rtService realisiert.
Über die integrierte Ethernet-Schnittstelle wurde das Multi Panel an das Netzwerk von Kaukaa angeschlossen und so eine Fernverbindung mit dem PC im Kontrollraum hergestellt. Bei dieser Konfiguration mussten in der existierenden Anwendung im entsprechenden Dialog lediglich zwei Häkchen gesetzt und die Ethernet-Adresse des Multi Panels eingetragen werden. Markku Jussila, Bediener in der Zellstofffabrik Kaukaa, bestätigt: "Die Möglichkeit der Fernbedienung hat uns die Arbeit wesentlich erleichtert. Die Status- und Alarmanzeigen können jetzt auch über die PCs am Netzwerk beobachtet werden."
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Motion World 3 / 2005 |