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Gourmet-Würstelstand (Wien, Österreich)
Hier geht es um die WurstDie Lüftung des Wiener Gourmet-Würstelstands wird von LOGO! gesteuertWas den Schweizern der Käse, ist den Österreichern die Wurst. Wurst scheint in Österreich das Grundnahrungsmittel Nummer eins zu sein und so wundert es kaum, dass der Würstelstand als Dreh- und Angelpunkt der österreichischen Wurstkultur gilt. In Wien gibt es nun einen ganz besonderen, den „goldenen Würstelstand“ mit Technik vom Feinsten.
Würstelstände gibt es viele in Wien und für jeden gibt's einen besonderen Geheimtipp für Klobasse, die grobe, gewürzte Wurst („Haße“), Käsekrainer („Eitrige“), eine doppelt geräucherte Rindswurst („Waldviertler“) oder viele andere Wurstspezialitäten, deren Namen und Bedeutung oft nur Eingeweihten der Wurst-Sprache bekannt sind. Die Wurst-Labestation vor der Albertina, die allein schon durch ihre Lage ein Aushängeschild gegenüber Touristen ist, wurde nun gehörig aufgemotzt, das heißt durch ein neues Edelstahl- Schmuckstück ersetzt.
Architektonische Herausforderung
Dieser Würstelstand befindet sich auf einem der zentralsten und somit auch sensibelsten Plätze Wiens zwischen Staatsoper und Albertina, sodass bei dessen Entwurf strenge Vorgaben von der Magistratsabteilung für Architektur- und Stadtgestaltung berücksichtigt werden mussten. Eine Vorgabe war es, das Äußere des Würstelstandes komplett frei von sichtbarer Technik zu halten. Diese Forderung betraf vor allem das Dach, da dieses von der Rampe der Albertina sehr gut sichtbar ist. Eine Herausforderung für die Architekten Schuberth und Schuberth, denn „übliche“ Würstelstände stellen die gesamte Lüftungs- und Kältetechnik einfach oben drauf. Diese neue, neun Tonnen schwere, architektonisch ausgefeilte Edelstahl-Konstruktion enthält modernste Technik, die in den Wandverkleidungen und im Zwischendeckenbereich untergebracht ist, ohne dass einerseits die vorgegebene Höhe der Behörden überschritten, andererseits aber der Wunsch des Bauherrn nach Großzügigkeit erfüllt wurde.
Technik in Maßarbeit
Gelungen ist dies mit maßgenauer Technik von Siemens, insbesondere durch den Einsatz einer LOGO!-Steuerung, die in diesem Fall verschiedene Regelungs- und Steuerungsfunktionen für die Lüftungsanlage übernimmt. Die Abluftanlage besteht aus Esse mit Fettabscheider, Grobfilter, Feinfilter der Klasse 7 sowie Aktivkohlefiltern und einem Abluftventilator, der 1.400 Kubikmeter Luft pro Stunde bewegt. Der Zuluftventilator mit einem Durchsatz von 800 Kubikmetern Luft pro Stunde ist Hauptteil der Zuluftanlage, die außerdem Zuluftfilter und Elektroheizregister enthält. Über einen externen Temperatur-Sollwertgeber kann die Zulufttemperatur mit einem Fünf-Gebläsestufen-Schalter zwischen 10 und 40 °C eingestellt werden. Die Siemens Pulsmodulationsschaltung steuert ein Zuluftheizregister mit 3 x 400 V und acht Kilowatt Anschlussleistung. Ein Zuluftfühler stellt das Einhalten der maximalen Einblastemperatur sicher, die beispielsweise bei verringertem Luftdurchsatz oder durch verlegten Lüftungskanal schwanken kann. Die LOGO! in dieser Anwendung hält aber noch ein interessantes Feature bereit: Per Schlüsselschalter kann der Anlagenbetreiber genau definieren, wie viel elektrische Heizenergie für die Zuluft verbraucht werden darf, dass beispielsweise von der maximalen Anschlussleistung von 8 kW nur 5-6 kW zur Verfügung stehen. Im Bereich von 70 bis 100 Prozent lässt sich dieser Wert begrenzen und trägt so bei einer Gesamtanschlussleistung von 40-50 kW wesentlich zur Energieeinsparung bei. Erreicht wird dies ebenfalls über die Pulsbreitenmodulation, die entsprechende Temperaturwerte so reguliert, dass über das Pulsen des Elektroheizregisters die Werte konstant gehalten werden. Das Bedienpersonal kann in diesem vorgegebenen Leistungsbereich dennoch über die Regulierung der Zuluftmenge die Einblastemperatur regeln: Weniger Zuluftmenge bedeutet höhere Einblastemperatur.
Sicherheit an Bord
Zuluft- und Abluftventilatoren und diverse Filter werden mittels Differenzdruck-Schaltern überwacht. Weitere Sicherheitsmodule wie Sicherheitsthermostat und Motorschutzschalter sind übergeordnet ebenfalls in die Anlage integriert. Störungen mit Warnmeldungen zeigt die LOGO!-Steuerung im Klartext an. Über eine externe Betriebs- und Störungsanzeige ist der Bediener der Anlage - in diesem Fall Josef Bitzinger als Betreiber des Würstelstandes und sein Personal - stets über den aktuellen Anlagenzustand informiert. Das Integrieren dieser Technik war Maßarbeit im Millimeterbereich. Die gesamte Lüftungstechnik ist im Deckenbereich als oberer Kranzstreifen mit einer maximalen Höhe von 35 Zentimetern ausgeführt und verkleidet. Verantwortlich für Planung, Ausführung und das Inbetriebnehmen der gesamten Lüftungstechnik war Firma Ing. Christof Heinisch, Komfort-Haustechnik aus Wien.
Gourmet-Treff für Würstel-Liebhaber
Sowohl das Wiener Publikum als auch Touristen haben diesen exklusiven, im 3-Schicht-Betrieb geöffneten Würstelstand voll angenommen. Die neue Attraktion hat schon rein äußerlich etwas von einem Gourmet-Treff: golden glänzend, innen ein Nirostaparadies aus nicht rostendem Stahl, der höchsten Hygieneansprüchen gerecht wird. Architektonisch bemerkenswert sind nicht zuletzt das Fehlen einer Ecksäule und eine durchgehende Glasfront über zwei Seiten.
12.12.2008
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