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Safety Integrated – Überblick

Normen zur Sicherheit

Sicherheit erfordert Schutz vor unterschiedlichen Gefahren
Basisnormen für sicherheitsrelevante Steuerungen und Steuerungskomponenten
Rechtliche Stellung
Weitere Informationen



Sicherheit erfordert Schutz vor unterschiedlichen Gefahren

Da die Ursachen von Gefährdungen und damit auch die technischen Maß­nah­men zu ihrer Vermeidung sehr unterschiedlich sein können, unterscheidet man neuerdings verschiedene Arten der Sicherheit, z.B. durch Angabe der jeweiligen Ursache möglicher Gefährdungen. So spricht man von "elektrischer Sicherheit", wenn der Schutz vor den Gefährdungen durch die Elektrizität zum Ausdruck gebracht werden soll, oder von "funktionaler Sicherheit", wenn die Sicherheit von der korrekten Funktion abhängt.


Um funktionale Sicherheit einer Maschine oder Anlage zu erreichen, ist es notwendig, dass die sicherheitsrelevanten Teile der Schutz- und Steuer­ein­rich­tun­gen korrekt funktionieren und sich im Fehlerfall so verhalten, dass die Maschine oder Anlage in einem sicheren Zustand bleibt oder in einen sicheren Zustand gebracht wird. Dazu ist die Verwendung besonders qualifizierter Technik notwendig, die den in den betreffenden Normen beschriebenen Anforderungen genügt.

Die Anforderungen zur Erzielung funktionaler Sicherheit basieren auf den grundlegenden Zielen:
  • Vermeidung systematischer Fehler und Ausfälle.
    Dazu dient u.a. ein systematischer und kontrollierter Entwicklungs­prozess und die Anwendung bewährter Sicherheitsprinzipien bei Design und Realisierung
  • Beherrschung systematischer und zufälliger Fehler oder Ausfälle.
    Dazu dienen in das System integrierte Eigenschaften wie z.B. Fehlertoleranz, automatische Fehleraufdeckung und die Fähigkeit bei Erkennen von Fehlern definiert zu reagieren.
Das Maß für die erreichte funktionale Sicherheit ist die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Ausfälle, die Fehlertoleranz und die Qualität, durch die die Freiheit von systematischen Fehlern gewährleistet werden soll. Es wird in den Normen durch unterschiedliche Begriffe ausgedrückt. In IEC 61508 und DIN EN 62061: "Safety Integrity Level" (SIL), in EN 954: "Kategorien".

Wegen der unterschiedlichen technischen Kriterien in EN 954-1:1996 und IEC 61508 ist eine direkte Zuordnung zwischen Kategorien und SIL als Maß für die Safety Performance nicht möglich. Anerkannte Praxis ist aber, dass Sicher­heits­systeme mit Elektronik, die IEC 61508 für SIL 1 erfüllen auch Kat. 1 und 2 nach EN 954 erfüllen. Systeme, die SIL 2 bzw. SIL 3 erfüllen entsprechen Kat. 3 bzw. 4. Eine Umkehrung dieser Zuordnung ist aber nicht möglich. Mit Kat. 3 ist nicht automatisch SIL erfüllt (siehe dazu DIN EN 62061).


Basisnormen für sicherheitsrelevante Steuerungen und Steuerungskomponenten

Grundlegende Normen

Die grundlegenden Normen für die Realisierung sicherheitsrelevante Steuerungen und Steuerungskomponenten sind:
  • EN 954/ISO 13849:
    Sicherheit von Maschinen – Sicherheitsrelevante Teile von Steuerungen
  • DIN EN 62061 (IEC 62061):
    Sicherheit von Maschinen – Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Steuerungssysteme
  • IEC/EN 61508:
    Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer, elektronischer, programmierbarer elektronischer Systeme


Rechtliche Stellung

EN 954

Die EN 954-1 ist unter der EU-Maschinenrichtlinie harmonisiert. Für komplexe (programmierbare) Elektronik mit Sicherheitsfunktionen müssen weitere Normen (z.B. EN 61508) angewendet werden, um den anerkannten Stand der Technik zu erfüllen.

DIN EN 62061

Die DIN EN 62061 ist unter der EU-Maschinenrichtlinie harmonisiert.

IEC/EN 61508

Die Normenreihe EN 61508 zur funktionalen Sicherheit, mit der die IEC 61508 durch die Europäische Normenorganisation CENELEC übernommen worden ist, wurde 2001 durch CENELEC ratifiziert. Sie wird als DIN EN 61508 (VDE 0803) in das deutsche Normenwerk übernommen. Diese Normen beschreiben den Stand der Technik, ihre Einhaltung ist aber ansonsten freiwillig und unverbindlich. Die DIN V VDE 0801 wurde 2004 zurückgezogen.

Die EN 61508 ist nicht unter einer EU-Richtlinie harmonisiert. Eine auto­ma­tische Vermutungswirkung zur Erfüllung der Schutzziele einer Richtlinie geht somit von ihr nicht aus. Dennoch kann der Hersteller eines Produktes der Sicherheitstechnik die EN 61508 auch zur Erfüllung grundlegender An­for­de­run­gen aus Europäischen Richtlinien nach der neuen Konzeption verwenden, z. B. in den folgenden Fällen:
  • Es existiert keine harmonisierte Norm für den betreffenden An­wen­dungs­be­reich. In diesem Fall darf der Hersteller die EN 61508 verwenden. Sie hat aber keine Vermutungswirkung.
  • Aus einer harmonisierten Europäischen Norm (z. B. EN 954, EN 60204-1) wird auf die IEC/EN 61508 verwiesen. Hierdurch wird sichergestellt, dass die betreffenden Anforderungen der Richtlinien eingehalten werden ("mit­geltende Norm"). Wendet der Hersteller die EN 61508 im Sinne dieser Verweisung sachkundig und verantwortungsbewusst an, so nutzt er die Vermutungswirkung der verweisenden Norm.


Weitere Informationen

Ausführliche Informationen befinden sich unter:
http://www.automation.siemens.com/cd/safety
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