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Effizienter Einsatz von Simatic Microbox PC
Industrie-PC im Einsatz bei der Rückverfolgung von Bierfässern
Die Erhaltung von Leergut kann durchaus zu einem deutlichen Wirtschaftsfaktor werden, besonders wenn es um Bierfässer geht - hier kostet ein hoher Verlust richtig Geld. Daher legen Brauereien sehr viel Wert darauf, Schwund und Wartungskosten der Fässer so gering wie möglich zu halten. In einigen der größten britischen Brauereien gelingt dies durch eine lückenlose Rückverfolgung der Bierfässer auf ihrem Weg zum Verbraucher und zurück. Umgesetzt wird dies mit einer RFID-Lösung und einem Industrie-PC, dem Simatic Microbox PC 420.

Der Nutzungszyklus eines Bierfasses ist sehr komplex. Nach dem Befüllen in der Brauerei warten die Fässer im Großlager auf den Versand. Dort werden sie auf Fahrzeuge verladen und zunächst in die einzelnen Auslieferungslager gebracht. Anschließend geht's zu den Einzelhändlern, von wo aus die Fässer schließlich in die Gaststätten transportiert werden. Sobald sie geleert sind, werden sie bei den Gastwirten wieder abgeholt und die Rückreise beginnt. Bei einem solchen Weg ist es nicht verwunderlich, dass den Brauereien herbe finanzielle Verluste durch verloren gegangene Fässer entstehen und die Anzahl der Brauereien, die in den letzten Jahren ihr Asset Management an Spezialisten vergeben haben, ständig steigt.

Tracking mit RFID

Coors und Scottish Courage gehören zu den größten Bierbrauereien in Großbritannien, die sich diesbezüglich an TrenStar Inc. gewandt haben. Das britische Unternehmen ist weltweit führend für Mobile Asset Management Solutions und setzt auf moderne RFID-Technik (Radio Frequency Identification), um die logistischen Herausforderungen zu bewältigen. Heute besitzt TrenStar insgesamt etwa fünf Millionen Fässer, die pro Jahr mindestens sechsmal neu gefüllt werden. Das bedeutet, dass jedes Jahr mehr als 30 Millionen volle TrenStar-Fässer im Umlauf sind. Die Kunden von TrenStar profitieren nicht nur davon, dass sie nicht mehr für die Anschaffung und Wartung der Fässer verantwortlich sind, sondern auch deren Verluste nicht mehr selbst tragen müssen. Die RFID-Technologie ermöglicht ihnen zudem, die Fässer zu jedem Zeitpunkt genau zu lokalisieren und damit auch zu klären, wie lange es dauert, bis ein Fass den gesamten Zyklus durchlaufen hat - eine Angabe, die sehr wichtig ist, um zu berechnen, wie viele Fässer für eine optimale Abdeckung des Lieferbereiches erforderlich sind.

Die Fässer werden erstmals bei der Rücksendung des Leergutes in die Brauerei gescannt. Hier wird entschieden, ob das Fass überhaupt noch den Anforderungen entspricht oder zur Wartung aussortiert werden muss. Anschließend folgen weitere Scan-Stationen nach dem Befüllen der Fässer, im Großlager der Brauerei, beim Verladen auf den LKW, sowohl bei der Ankunft als auch bei der Auslieferung sowie bei der Ankunft beim Gastwirt und schließlich an mehreren Punkten auf der Rückreise des leeren Fasses zur Brauerei.

Klein, robust und zuverlässig

PC-gestützte Lösungen in automatisierten Logistikanwendungen wie der von TrenStar erfordern kleine und zuverlässige Systeme, die den hohen Anforderungen im industriellen Umfeld gewachsen sind. Optimale Robustheit in Bezug auf elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), Temperatur, Schwingungen und Stoßbelastungen zählen zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer Hardware-Plattform. Ideale Anforderungen für den Simatic Microbox PC 420, der die Palette der Box-Familie von Siemens im Einsteigersegment erweitert. Der Microbox PC 420 ist ein flexibel erweiterbarer, kompakter, robuster und lüfterloser PC. Der auf Hutschiene montierbare PC ist nicht nur integraler Bestandteil der PC-gestützten Automation von Siemens, sondern auch eine ideale embedded PC-Plattform.

Großes Anwendungsspektrum

Der Microbox PC 420 eignet sich hervorragend für den industriellen Einsatz zum Messen, in Steuer- und Regelkreisen, für Bediener-/Display-Anwendungen, in der Datenerfassung und nachfolgenden Datenverarbeitung sowie für den Einsatz in Kommunikations-Gateways und Webservern. Typische Anwendungen sind neben Logistik- und Lagersystemen Druckmaschinen, Bestückungsautomaten, Bremsprüfstände, Farbmischmaschinen, Windkraftanlagen, Spritzgießmaschinen, industrielle Waschmaschinen, Verkaufsautomaten und Applikationen für das Gebäudemanagement. Mit den Maßen 262 x 134 x 47 mm bietet der kleine PC ein ganzes Paket von Funktionen in Industriequalität, darunter eine Taktrate bis Pentium III (933 MHz), Compact Flash, einen Batterie-gepufferten SRAM zur sicheren Speicherung der Prozessdaten (128 kByte), einen VGA/DVI-Grafikausgang sowie Erweitungsmöglichkeiten über PC/104-Plus. Die Anwender können zudem alternativ zwischen Profibus- und Canbus-Feldbusprotokoll wählen.

Erfolgreich im Einsatz

Der Simatic Microbox PC 420 wird als Schnittstelle zwischen dem RFID-Lesemodul und der zentralen Datenbank eingesetzt. Der PC selbst ist in einem kleinen Schaltschrank eingebaut und befindet sich an den einzelnen Scanstationen - also in der Brauerei, im Groß- und im Auslieferungslager. TrenStar ist "hochzufrieden mit dieser Lösung", wie Pip Walker, verantwortlich für die technische Umsetzung der Logistiklösungen bei TrenStar, betont. "Unsere Erfahrungen bei Coors waren von Anfang an so gut, dass wir die gleiche Lösung noch vor Ablauf des letzten Jahres auch bei Scottish Courage implementiert haben. Bevor wir auf den Simatic Microbox PC 420 gestoßen sind, haben wir keinen PC gefunden, der unsere Anforderungen insbesondere in Sachen Zuverlässigkeit hundertprozentig erfüllen konnte. Jetzt durchläuft unsere Technik mit dem Microbox PC schon monatelang zahlreiche Diagnosetests, ohne dass irgendwelche Probleme aufgetreten sind."

Nachdem die Spezialisten von TrenStar bei Coors und bei Scottish Courage die Rückverfolgung der einzelnen Bierfässer erfolgreich umgesetzt haben, planen sie als nächsten Schritt das so genannte "Pooling" der Fässer. Das bedeutet, dass die im Umlauf befindlichen Fässer von mehreren miteinander im Wettbewerb stehenden Brauereien genutzt werden können. Dank Simatic Microbox PC 420 ist man sich bei TrenStar sicher, auch hier die Brauereien in Bezug auf noch höhere Effektivität unterstützen zu können.
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