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SIMATIC S7-300 / S7-300F

Zuverlässige komplette Wiederherstellung einer S7 315-2 DP

Erstellt von GalileoWL am 15.07.2012 00:22 (5 Antworten)

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Seite 1 von 1 (6 Objekte)
  15.07.2012, 00:22
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Hallo in die Runde,

bin relativer Anfänger, habe eine einfache Frage, brauche aber eine klare Aussage dazu:

Ich muss eine Anlage mit einer S7-315-2 DP neu programmieren, während die alte Software noch weiterhin betriebsfähig bleiben muss, d.h. Montag bis Freitag läuft das alte System, am Wochenende lade und teste ich mein neues System.

Im neuen System ist nicht nur das Programm sondern auch die Hardware- und Bus-Konfiguration ganz anders.

Nun meine Frage:  Wie kann ich sicher stellen, dass die CPU am Montag morgen genau auf dem selben Stand ist wie am Freitag abend?

Reicht es, wenn ich am Freitag die MMC ziehe, dann am Wochenende mit meiner neuen MMC entwickle und teste, und am Montag morgen wieder die alte MMC einsetze?

Oder speichert die CPU noch irgendwelche weiteren Daten, Informationen, Konfigurationen, Projektdaten usw. ausserhalb der MMC direkt in der CPU selber?

Vielen Dank!

Freundliche Grüße

GalileoWL
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  15.07.2012, 09:53
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Hallo,

1. nach dem Ausschalten der CPU erst mind. 5 Sekunden warten,
bevor die MMC gezogen wird damit die DB-Aktualwerte auf die MMC
geflushed werden können.

2. ZUDEM IMMER einen AG- Abzug machen.
Neues, leeres Projekt erstellen:
Zielsystem -> Station laden in PG.

3. Natürlich musst du nach deinem Test auch die Hardware wieder
umbauen. Rnf:lblSmileyTooltip_header

Zu 2:
In manchen Fällen kann es passieren, das die CPU mit einer MMC
mit anderer HW-konfig nicht mehr anläuft (meist wenn CPU-Type nicht
passt). Dann hilft nur das Löschen der MMC und neues Aufspielen des
Programms. Daher immer als Backup einen AG-Abzug anfertigen!


GalileoWL schrieb:

...Oder speichert die CPU noch irgendwelche weiteren Daten, Informationen, Konfigurationen, Projektdaten usw. ausserhalb der MMC direkt in der CPU selber?
...


Ja natürlich,
der Aktualstatus der Operanden (außer remanente DB), wie z.B. der Merker,
Zeiten, Zähler werden alle 0. Die CPU verhält sich nach Tausch der MMC
wie bei einem Kaltstart.
Auch solltest du die Uhrzeit prüfen und sicherstellen, das die Verbindungen
vorhanden sind (NetPro), falls welche projektiert waren.

Auf eine "Gefahr" will ich noch hinwiesen:
Wenn es HMI an der Steuerung gibt, z.B. ein Panel,
dann wird dieses Panel auf Variablen in deinem
Programm wie bisher zugreifen! 
Willst du das Panel deaktivieren, solltest du es abschalten.

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  15.07.2012, 13:17
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Guten Morgen,

vielen Dank für diese umfassende Antwort!

IBN-Service schrieb:
Auch solltest du die Uhrzeit prüfen und sicherstellen, das die Verbindungen vorhanden sind (NetPro), falls welche projektiert waren.

Die 315 hängt im alten System über DP an einer 400er, über diese DP Projektierung weiß ich nichts, es gibt dazu auch keinen Support oder Quellcode mehr. 

Daher würde ich gerne ausschließen, dass diese Verbindung verloren geht.

An die 400er muss ich nicht ran.

IBN-Service schrieb:
2. ZUDEM IMMER einen AG- Abzug machen.
Neues, leeres Projekt erstellen:
Zielsystem -> Station laden in PG.
Ok, wenn ich das richtig verstehe:

Reihenfolge am Freitag:

1. Ausschalten:
- Anlage ausschalten (315er und 400er Power Off) dann 5 Sekunden warten bis Daten auf MMC
- 400er auf Stopp schalten, bleibt bis Montag auf Stopp
- Profibus-Verbindung zwischen 315er und 400er abziehen, bleibt bis Montag ausgesteckt.


2. Daten der 315er sichern:
- 315er im Stopp Zustand wieder einschalten
- AG-Abzug machen Zielsystem -> PG
- ausschalten (Power Off und wieder 5 Sekunden warten)
- MMC ziehen


3. Testarbeiten am Wochenende

Hier wird die 315er über DP mit einer ganz neuen 314er verbunden und neu programmiert und projektiert.  Weitere Hardwareänderungen an der SPS gibt es aber nicht.

Die 400er wird mit Spannung versorgt, ist aber im Stopp-Zustand, geht das?


4. Wiederherstellen der 315er am Montag:
- 315er Urlöschen und abschalten (5 Sekunden warten)
- neue MMC ziehen, alte MMC einstecken
- 315er im Stopp-Zustand einschalten

- soll / muss ich jetzt den AG-Abzug wieder ins Zielsystem laden?


5. Wieder Anfahren der alten Konfiguration
- 315er und 400er ausschalten (Power Off)
- Profibus zwischen 315er und 400er wieder einstecken
- 315er und 400er wieder auf RUN schalten
- 315er und 400er wieder einschalten

Auf diese Weise müßte doch die alte DP-Verbindung wieder hergestellt sein, oder?
Ist das so richtig?

Vielen Dank!



=== Bearbeitet von GalileoWL @ 15.07.2012 13:57 [GMT ] ===


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  15.07.2012, 18:36
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Du solltest den AG - Abzug machen bevor du ausschaltest!

Nach dem Rückbau auf die alte MMC ist das Laden mit dem
AG-Abzug NICHT nötig, wenn danach die Anlage wieder
ordnungsgemäß läuft.

Urlöschen ist vor dem MMC - Tausch nicht otwendig.
Hinweis: beim Urlöschen wird der Arbeitspeicher der 300er gelöscht
und die MMC neu in den Arbeitsspeicher geladen.
Die MMC selber wird dabei NICHT gelöscht.

Wenn die 400er ein RAM gesteckt hat,
dann stelle sicher das die Batterie noch IO ist, bevor du
die 400er ausschaltest.
Ansonsten kann Programmverlust die Folge sein.
Evt. auch bei der 400er erst einen AG-Abzug machen.

Gruß und viel Erfolg!


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  15.07.2012, 19:09
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Vielen herzlichen Dank für diese umfassende Auskunft!

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  19.07.2012, 11:09
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Wenn Du die CPU stoppst und "RAM to ROM" durchführst, werden die aktuellen Werte der DBs auf die MMC geschrieben und ersetzen quasi die Initialwerte.
Dennoch solltest Du auch den AG-Abzug machen.

mfG / Best Regards

Dirk
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