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SINAMICS

Sinamics G110+1,5kW Motor: Not-Aus Wie/Wo und Betrieb mit FI

Erstellt von Tilli88 am 05.03.2012 12:21 (3 Antworten)

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Seite 1 von 1 (4 Objekte)
  05.03.2012, 12:21
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Hallo zusammen,
wie realisiere ich am besten ein Not-Aus zw. FU und Motor?
Angeblich nimmt der FU ja Schaden, wenn die Versorgungsleitungen FU-Motor unterbrochen werden.
Soll dies also über eine Schütz vor dem FU realisiert werden?
Wie habt Ihr das ggf. gemacht?

Ferner noch eine Frage zum Betrieb mit FI-Schutzschalter. In der Anleitung steht, daß nur dann nicht unabsichtlich ausgelöst wird, wenn u.a.:

"Der Nullleiter des Netzes ist geerdet." Das verstehe ich nicht....

Bin für Antworten dankbar,

Grüße
Till

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  08.03.2012, 07:34
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Hallo,

für einen mechanischen Not-Aus (Freischaltung des Drehmoments) nimmt man üblicherweise die Funktion STO (Safe Torque Off). Wenn wirklich elektrisch getrennt werden soll, also z.B. für Wartungsaufgaben am Motor, ist ein voreilender Kontakt zu verwenden, der eine Impulssperre auslöst. Bei einem Schütz müsste die über eine kurze Zeitverzögerung realisiert werden, d.h. erst bekommt der Umrichter das Signal zum Sperren der Impulse (z.B. auch über STO) und erst verzögert wird das Schütz geöffnet.
Der Satz zum FI ist mir jetzt so nicht bekannt, kannst Du mal das Handbuch angeben, in dem dies so steht?

Best regards
TechTeam
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  08.03.2012, 10:57
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Hallo,
danke für den Support.
Die Stelle bzgl. FI-Schutzschalter und Erdung des Nullleiters (!?!) steht im Betriebshandbuch für Sinamics G110 Ausgabe 40/2003 auf S.25. Dort heißt es u.a.:

Betrieb mit Fehlerstromschutzeinrichtung
Ist eine Fehlerstromschutzeinrichtung (FI-Schutzschalter, auch ELCB oder RCCB
genannt) eingebaut, dann arbeiten die Umrichter unter folgenden Voraussetzungen
ohne unerwünschte Abschaltung:
􀂾 Ein FI-Schutzschalter vom Typ B wird verwendet.
􀂾 Die Abschaltschwelle des FI-Schutzschalters beträgt 30 mA.
􀂾 Der Nullleiter des Netzes ist geerdet.
􀂾 Jeder Umrichter wird durch einen eigenen FI-Schutzschalter geschützt.
􀂾 Die Ausgangskabel sind kürzer

Grüße
Till
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  12.03.2012, 12:13
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Hallo zusammen,
 bitte nicht verschieden Themen vermischen.
 Unter „Elektrische Installation“ steht:
…. Wenn der SINAMICS G110-Umrichter an einem Einphasennetz mit geerdetem Nullleiter betrieben wird, kann auch ein FI-Schutzschalter vom Typ A eingesetzt werden……
= klassische Nullung (siehe Netzformen, oder FAQ: http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/25220071) und handelt vom Fi-Schutzschalterbetrieb und nicht von NotAus.

 Aber so wie ich das ganze sehe geht es hier ja um das Thema „NotAus“.
Und hier ist der G110 denkbar ungeeignet; siehe hierzu das Kapitel Inbetriebnahme.
 
….. Not-Aus-Einrichtungen nach EN 60204 IEC 204 (VDE 0113) müssen in allen Betriebsarten des Steuergerätes funktionsfähig bleiben. Ein Rücksetzen der Not-Aus-Einrichtung darf nicht zu unkontrolliertem oder undefiniertem Wieder-anlauf führen…..
 
und
 
……Das Gerät darf nicht als ‚Not-Aus-Einrichtung’ verwendet werden (siehe EN 60204, 9.2.5.4)……

Das Thema G110 und NotAus ist nur mit externen Notausschützen (am Umrichter Ein- und Ausgang) möglich; gegen eine mögliche Zerstörung von Komponenten kann AUS 3 helfen.

 Grundsätzlich gilt:
 der G110 ist denkbar ungeeignet für das Thema „NotAus“.
 Hierzu gibt es andere (auch günstige) Varianten des SINAMICS, z.B. PM240 mit CU240E-2 oder alle -F (steht für faile safe) CUs. 
Und noch einen Tipp:
 wenn nur Kategorie 1 (NOTAUS) erreicht werden soll, reicht eine CU mit STO (safe torque off), bei höheren Kategorien sind andere CUs notwendig.

Mit freundlichem Gruß / Best regards

Jens S
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